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Publiziert am 28. März 2013 von unter: ,

Fluch und Segen der mobilen und flexiblen Arbeitswelt

Arbeitsplatz im Grünen: ein Wunschtraum vieler Arbeitnehmer, der sich aber nur selten verwirklichen lässt. Foto: Fotolia.

Arbeitsplatz im Grünen: ein Wunschtraum vieler Arbeitnehmer, der sich aber nur selten verwirklichen lässt. Foto: Fotolia.

Wer kennt sie nicht: die bunten Werbefotos, auf denen adrette Mütter vor dem heimischen PC sitzen, ihr lachendes Kind daneben. Oder braungebrannte Manager, die mit dem Laptop auf der Wiese sitzen oder im Sonnenaufgang auf der Liege entspannt Umsatzzahlen auf einem Tablet prüfen.

Das mag gelegentlich funktionieren, meist handelt es sich jedoch um unrealistische Wunschvorstellungen. Einige persönliche Anmerkungen zu Fluch und Segen der modernen Arbeitswelt.

Sicher sind flexible Arbeitszeitmodelle, Arbeiten im Home-Office oder mobil auf Reisen in vielen Unternehmen Realität. Arbeitnehmer – insbesondere die sogenannte Generation Y der nach 1980 Geborenen – fordern diese Möglichkeiten der Flexibilisierung zunehmend ein. Und vor dem Hintergrund eines sich abzeichnenden Arbeitskräftemangels sind Arbeitgeber bereit, diesen Forderungen Rechnung zu tragen.

All diese Konzepte funktionieren in Bereichen der Kreativ- oder Wissensarbeit, da sie zumindest teilweise zeit- und ortsungebunden möglich ist. Bei diesen Tätigkeiten ist nicht entscheidend, wie lange und wo das Ergebnis entstanden ist, sondern es zählt einzig und allein das Resultat.

Letztlich führt dies zu einer Abkehr von Präsenzzwang, hin zu Arbeitsmodellen, wie sie bereits heute bei Freelancern üblich sind – gut beschrieben in einem Interview mit dem Trendforscher Markus Albers in unserem Blog, siehe Arbeitswelt 2.0: Zukunftsgespräch mit Markus Albers.

 

Moderne ITK-Lösungen für den Arbeitsplatz der Zukunft

Moderne ITK-Lösungen haben erst ermöglicht, wovon wir heute sprechen, wenn wir von moderner Arbeitswelt oder dem Arbeitsplatz der Zukunft sprechen: Mobile Endgeräte und großflächig verfügbarer mobiler Datenempfang, Cloud-Services mit zentral gespeicherten und von überall abrufbaren Daten und Applikationen, Kollaborations-und Kommunikationsdienste – zu Englisch: Unified Collaboration & Communication, kurz UCC, die ortsungebundenes Arbeiten ermöglichen.

Und – dies wird in der heutigen Diskussion oft vergessen – hat der nahezu flächendeckende Breitbandausbau erst Home-Office-Konzepte und Cloud-Services ermöglicht. Mein Arbeitgeber QSC ist daran nicht unwesentlich beteiligt – als Anbieter von Breitbandinternet ebenso wie von modernen Telefonie- und IT-Lösungen und -Produkten.

Internetfähige Endgeräte sind auf dem Vormarsch.

Forscher von IDC erwarten in den nächsten Jahren eine rasante Zunahme mobiler Endgeräte, die internetfähig sind. Zum Vergrößern bitte die Grafik anklicken.

Per Smartphone, Tablet oder Notebook zu arbeiten ist genauso möglich geworden wie – auch dies gehört zu einer kompletten ITK-Arbeitsplatzausstattung – von jedem Endgerät aus unter der Büronummer erreichbar zu sein und Anrufe zu tätigen, ohne dass Kunden und Geschäftspartner etwas davon merken.

Das Büro wandert im wahrsten Sinne des Wortes „in die Hosentasche“ – nachzulesen zum Beispiel im sehr anschaulichen Blog-Artikel von QSC-Vorstand Arnold Stender über sein mobiles Büro.

 

 

Viele Betroffene sind ambivalent

Ist Mobilität und Flexibilität die Antwort auf alle Fragen der modernen Arbeitswelt? Studien besagen, dass nicht alle hinzugewonnenen Möglichkeiten per se positiv zu bewerten sind. Laut der Sage-Studie „Zukünftige Arbeitswelten“ aus dem Jahr 2012 …

  • … wollen nach wie vor mehr als die Hälfte der Befragten (Angestellte und Studenten) am liebsten am festen Arbeitsplatz arbeiten, auch wenn Sie zwischen Büro und Home-Office wählen dürften,
  • … glauben gut drei Viertel aller Befragten, dass sich in Zukunft die Trennung von Arbeitszeit und Freizeit weiter verwischen wird,
  • … halten 80 Prozent die Möglichkeit, weltweit via Notebook, Tablet und Smartphone auf den Arbeitsplatz zuzugreifen und zu arbeiten für realistisch – während jedoch 76 Prozent eine solche Arbeitsweise für nicht erstrebenswert halten,
  • … würde gut die Hälfte der Befragten während eines Essens einen Anruf annehmen und immerhin jeder Fünfte sogar auf der Toilette.

Auch Bedenken in Richtung Produktivitätsverlust und mangelnder Kommunikation der Belegschaft untereinander findet man. Schlagzeilen machte erst kürzlich die Ankündigung von Yahoo-Chefin Marissa Mayer, die eigene Belegschaft zurück ins Büro zu „beordern“ und Home-Office zu verbieten.

 

Vorteile und Nachteile im Vergleich

Als Mitarbeiter eines modernen ITK-Anbieters gehe auch ich persönlich nicht ganz unkritisch mit den Freiheiten um, die die technologischen Errungenschaften mit sich bringen.

Als Familienvater, der gelegentlich das Home-Office nutzt und für den Kita-Transport später ins Büro kommt, erlebe ich die Realität nicht ganz so angenehm, wie es einem die Anbieter von modernen und „produktivitätsverbessernden“ ITK-Lösungen – also auch QSC – versprechen. Freiheiten, die ich nicht missen will, stehen Belastungen entgegen, mit denen man umgehen können muss.

Exemplarisch habe ich einmal gewonnene Freiheiten, die ich durch flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit von Home-Office und die Nutzung mobiler Endgeräte gewonnen habe, den damit verbundenen Beschränkungen entgegengestellt. In der tabellarischen Auflistung zeigt sich, dass sich in meinem Leben daraus etwa ebenso viele Vorteile wie Nachteile ergeben:

Vorteile und Nachteile moderner Arbeitsplätze im Vergleich: Fluch und Segen halten sich etwa die Waage. Grafik: André Schlüter / QSC AG.

Vorteile und Nachteile moderner Arbeitsplätze im Vergleich: Fluch und Segen halten sich etwa die Waage. Grafik: André Schlüter / QSC AG.

Gehen Sie bewusst mit den neuen Freiheiten um!

Ich bin der festen Überzeugung, dass der Arbeitsplatz der Zukunft noch stärker von Mobilität gekennzeichnet sein wird, als er es heute schon ist. Das wird sehr viele Vorteile für Unternehmen und Arbeitnehmer mit sich bringen.

Aber wir werden dadurch auch Nachteile haben, die man kritisch hinterfragen muss und für die Arbeitnehmer und Arbeitgeber Antworten finden müssen, damit ständige Erreichbarkeit und das Credo von Flexibilität nicht zur Belastung wird. Zugegeben ist der Grad Belastung stark abhängig von der eigenen Persönlichkeit.

Eines darf nicht vergessen werden: Die Summe aus beruflich und privat anstehenden Aufgaben wird stetig größer, nicht kleiner. Dank flexibler Arbeitszeitmodelle und moderner ITK können Aufgaben zeitlich flexibel von zu Hause oder unterwegs erledigt werden.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie aber – das muss ich den unverbesserlichen Optimisten leider aus eigener Erfahrung mitteilen – wird nicht wie es die Werbung suggeriert einfach durch moderne ITK erreicht. Denn eine Mutter, die gleichzeitig am Notebook arbeitet und ihr Kind betreut, ist gestresst. Und ein Manager, der im Urlaub Umsatzzahlen prüft, wird kaum vollends vom Alltag abschalten können.

Wer etwas für seine Work-Life-Balance tun möchte, kann sich auf die Segnungen der Technik allein nicht verlassen. Da hilft wohl nur viel Selbstreflexion und der Mut, auch mal Nein zu sagen, wenn alles zu viel wird.

 

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  • Max sagt:

    Eine Frage: Warum steht bei Vorteil für flexibles Arbeiten „Ich kann meine E-Mails in der U-Bahn“ lesen. Das ist kein Vorteil von flexiblen Arbeitszeiten, sondern von Mobilen Arbeitsplatz.

    E-Mails unterwegs lesen können Mitarbeiter mit Smartphone, aber nicht Mitarbeiter die nur flexible Arbeitszeiten haben.

    Ein Feedback wäre klasse!

    • Dennis Knake sagt:

      Hallo Max,
      Sie haben vollkommen recht. Hier hat sich in die Tabelle ein Fehler eingeschlichen. Diesen haben wir korrigiert.
      Besten Gruß
      Dennis Knake

      • Max sagt:

        Vielen Dank! Ich habe noch eine Frage: Was versteht bei einen Unternehmen wie der QSC AG unter strategischen Marketing? Was sind die Aufgaben und Projekte dieser Abteilung? Ein kurzer Einblick hier, wäre sehr spannend.

        • André Schlüter sagt:

          Hallo Max,

          gerne gebe ich zu den Hauptaufgaben der Abteilung einen kurzen Einblick. Ich werde hierzu eine Mail schreiben.

          Besten Gruß,

          André Schlüter

  • Stephan Roth sagt:

    Was ich noch einmal hervorheben möchte: diese Möglichkeit, derart flexibel mit Arbeitsplatz und Arbeitszeit umgehen zu können, steht nur einer privilegierten Minderheit zur Verfügung, eben vor allem jenen Kreativ- und Wissensarbeitern. Die überwiegende Mehrheit der Menschen in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis haben aber Anwesenheitspflicht am Arbeitsplatz, weil sie entweder im Dienstleistungsgewerbe, und dort vor allem im direkten Kundenkontakt, tätig sind, oder in Handwerk oder Industrie ihre Arbeit verrichten: Verkäufer, Servicepersonal im Gaststätten- und Hotelgewerbe, Arbeiter auf der Baustelle, industrielle Produktion und Fertigung, öffentlicher Dienst (Ämter und Behörden, Polizei), Ärzte und Krankenhauspersonal, etc.

    Die Schattenseiten dieser „schönen, neuen Arbeitswelt“, wie man persönlich auch dazu stehen mag, kann man vor allem ja auch in der körperlichen, emotionalen und geistigen Erschöpfung (Stichwort: BurnOut) bei vielen Berufstätigen in dem Umfeld der IT, Kreativ- und Wissensarbeit sehen. Ich habe bislang noch nie etwas von einem Maurer oder Elektroinstallateur gehört, der einen BurnOut erlitten hat.

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